Bundesfreiwilligendienst für Menschen ab 27 Jahren

Im Bundesfreiwilligendienst (BFD oder auch ‚Bufdi’ genannt) können sich Frauen und Männer jeden Alters im sozialen Bereich engagieren. Die Dauer kann zwischen sechs und 18 Monaten ebenso individuell gestaltet werden wie der zeitliche Umfang des Engagements (zwischen 20,5 und 40 Stunden pro Woche).

Jedes Jahr engagieren sich rund 100 Frauen und Männer zwischen 27 und 75 Jahren beim Bundesfreiwilligendienst in der Diakonie Württemberg. Sie bringen ihre Kompetenzen und Lebenserfahrung ein und machen selbst neue und wertvolle Erfahrungen.

Einsatzmöglichkeiten

Die Diakonie Württemberg bietet über 800 BFD-Stellen in ganz Württemberg. Bei Bedarf beraten und unterstützen wir Sie gerne dabei, eine Aufgabe zu finden, die Ihren Vorstellungen entspricht und zu Ihnen passt.

Der Einsatz ist in unterschiedlichsten Bereichen möglich: So können Sie beispielsweise gemeinsam mit hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen Menschen mit Behinderungen betreuen, Erzieherinnen bei ihrer täglichen Arbeit mit Kindern unterstützen, bei der Betreuung und Pflege von kranken und betagten Menschen helfen oder im technischen Dienst mitarbeiten. Die Aufgaben sind äußerst vielfältig. Wichtige Tätigkeitsfelder sind unter anderem:
   

  • Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe
  • Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
  • Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe
  • mobile Pflegedienste / Nachbarschaftshilfe
  • Krankenhäuser und Fachkliniken
  • Tageseinrichtungen für Kinder
  • Alten- und Pflegeheime
  • Landschaftspflege, Pflanzaktionen und Naturschutz
  • Einrichtungen der Flüchtlingshilfe

Warum Bundesfreiwilligendienst leisten?

Jeder Mensch, der sich freiwillig engagiert, hat dafür seine ganz persönlichen Gründe und Motive. Eine kleine Auswahl davon haben wir hier zusammengestellt:

  • sich und anderen Gutes tun und seine freie Zeit sinnvoll nutzen
  • Übergangsphasen sinnvoll gestalten, z. B. nach der Familienphase, beim Eintritt in den Ruhestand oder in Zeiten der Erwerbslosigkeit
  • Neues kennen lernen und den eigenen Horizont erweitern
  • mit Anderen zusammenkommen
  • sich neu orientieren und Perspektiven sammeln
  • die eigene Lebenserfahrung einbringen können
  • berufliche und persönliche Kenntnisse an andere weitergeben
  • das gute Gefühl, gebraucht zu werden 
  • Spaß im Umgang mit anderen Menschen

Taschengeld, finanzielle Unterstützung, Versicherungen

Teilnehmende in einer Einsatzstelle der Diakonie Württemberg erhalten monatlich 

  • 345 EuroTaschengeld (bei Teilzeit entsprechend anteilig)
  • 100 Euro Verpflegungszuschuss
  • 50 Euro Fahrtkostenzuschuss

Als BFDler sind Sie voll sozialversichert. Die gesamten Beiträge für die gesetzliche Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden für die Dauer Ihres Dienstes von der Einsatzstelle übernommen.

Bundesfreiwilligendienst und Arbeitslosengeld II

Auch Bezieher von Arbeitslosengeld II (ALG II) können sich im Bundesfreiwilligendienst engagieren. Beim Bezug von ALG II werden € 200,00 Taschengeld von der Anrechnung ausgenommen. Die Teilnahme am BFD ist als wichtiger persönlicher Grund anzusehen, der der Ausübung einer Arbeit entgegensteht. Bezieher von ALG II sind deshalb während der Teilnahme am Bundesfreiwilligendienst nicht verpflichtet eine Arbeit aufzunehmen.

Qualifizierung, Fortbildung, Austausch

Bufdis über 27 Jahre nehmen bei der Diakonie Württemberg verbindlich an Seminaren teil. Freiwillige haben die Auswahl zwischen 

  • kreativen
  • kulturellen
  • und fachlichen Angeboten.

Interessieren Sie sich für Themen wie Sucht oder psychische Erkrankungen? Wollen Sie sich mit Anderen über Zivilcourage austauschen oder mehr über Flüchtlingshilfe erfahren? Oder möchten Sie einmal Filzen oder Fotografieren ausprobieren? Oder sind Sie lieber in der Natur unterwegs, Pilgern gerne oder nehmen lieber an Stadtführungen teil? Das Angebot der Diakonie Württemberg an Seminartagen ist vielfältig. Ebenfalls im Programm sind spezielle Angebote zur Reflexion und zum Austausch mit anderen Freiwilligen. Wir beraten Sie gerne bei der Zusammenstellung Ihres persönlichen Seminarprogramms. Alle Veranstaltungen finden während der Arbeitszeit statt und sind kostenfrei. Bei einer 12-monatigen Dienstzeit nehmen Sie an 12 Seminartagen teil.

Seminarheft 2018/2019

Stellensuche und Bewerbungsverfahren

Bei der Suche nach einer geeigneten Stelle beraten und unterstützen wir Sie gerne – telefonisch oder persönlich.

Vielleicht haben Sie aber auch schon eine konkrete Idee oder Kontakte zu einer unserer Mitgliedseinrichtungen – dann können Sie sich natürlich auch direkt dorthin wenden und genaueres in einem persönlichen Gespräch vor Ort klären.

Auch Ihre Bewerbung können Sie entweder direkt oder über die Einsatzstelle an das Diakonische Werk Württemberg schicken. Wir benötigen einen ausgefüllten Bewerbungsbogen und einen Lebenslauf mit Passbild. Bitte senden Sie die Unterlagen an das

Diakonische Werk Württemberg
Abteilung Freiwilliges Engagement
Klaus Pertschy
Postfach 10 11 51
70010 Stuttgart

Kontakt

Ihre Ansprechpersonen im Diakonischen Werk Württemberg sind:

Klaus Pertschy, Ute Fischer, Svenja Fuchs, Tanja Ensinger, Sabine Zeller und Karin Willrich-Flothow
Diakonisches Werk Württemberg
Abteilung Freiwilliges Engagement
Heilbronner Str. 180
70191 Stuttgart
Tel.: 0711 1656-427 oder 232
E-Mail: bufdi27(at)diakonie-wuerttemberg.de   

Erfahrungsberichte

Eine neue Perspektive

Warum nimmt eine Frau, Mutter und Großmutter mit 58 Jahren am Bundesfreiwilligendienst (BFD) teil? Und warum gibt sie dafür sogar ihre Wohnung in der Region Stuttgart auf und zieht für diese befristete Tätigkeit in das sehr ländlich geprägte Wilhelmsdorf im Landkreis Ravensburg?

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Schritt zum Neuanfang

„Frau Weisbrod, könnten Sie mir bitte helfen und den Stuhl vom Tisch wegrücken, damit ich mich an den Tisch setzen kann?“, sagt Frau W. zu Kerstin, die sofort aufsteht und der alten Dame liebevoll hilft. Die 33-Jährige macht eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin im Altenheim „Haus am Brunnen“ in Maichingen. 

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Besuch im Kloster Kirchberg

Einige suchen einen neuen Beruf. Andere sehen die zwölf Monate als „Auszeit“ vom bisherigen Leben. Wieder andere wollen in einem langen Berufsleben erworbene Kenntnisse in einem anderen, für sie neuen Bereich einbringen und ausprobieren. Wir haben drei Bufdis besucht.

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Ein feiner Kerl

Es ist gleich eine ganze Reihe wunderbarer Geschichten, die Walter de la Cruz erzählen kann. Schmuck sieht er aus. Nicht besonders groß steht er im brombeerfarbenen Poloshirt und in makellos weißen Hosen im Dienstzimmer der Station 2 des Gustav-Werner-Stifts in Friedrichshafen, einer Einrichtung der Bruderhaus-Diakonie Reutlingen. 

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Weiterführende Links

Informationen des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben:     

Bundesfreiwilligendienst.de